Osteopathie

Sanfter Druck und große Wirkung. Gesundheit für den ganzen Menschen.


Die Osteopathie versucht, Patienten ohne Medikamente und Instrumente zu heilen, bzw. ihr Leiden zu lindern. Dabei vertraut sie auf die Kraft und Empfindungen der Hände. Durch sanftes Tasten der Finger oder einen gezielten Druck gelingt es Osteopathen, Blockaden zu erkennen und zu beheben. Diese manuelle Therapie hat eine lange Geschichte und ist bereits aus der Antike überliefert. Ein verwandtes Verfahren ist die Chirotherapie.

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, d.h. sie hat den ganzen Menschen im Blick und erkennt Zusammenhänge im Körper, die ein Schulmediziner oft ausser Acht lässt. Alle Teile des Körpers sind vernetzt und fein aufeinander abgestimmt. Kommen sie aus dem Gleichgewicht, kann das zu Beschwerden und Erkrankungen führen.

Während die Chirotherapie ausschließlich den Bewegungsapparat untersucht und behandelt, bezieht der Osteopath neben Knochen und Gelenken auch Muskeln, Bindegewebe und innere Organe in sein Therapiekonzept mit ein.

Die Behandlungsdauer variiert von Fall zu Fall. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass nach drei bis vier Behandlungen Erfolge spürbar sind. Eine solche manuelle Therapie ist allerdings nicht immer die richtige Wahl. Beispielsweise bei Knochenbrüchen, Entzündungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Tumoren ist sie nicht angezeigt.

Die Osteopathie ist in Europa eine Heilkunde, die nur von ausgewiesenen Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden darf. Einzelne Studien haben die Wirksamkeit der Osteopathie im funktionellen Bereich nachgewiesen (siehe z.B. New England Journal of Medicine).


Parietale Osteopathie

Im Zentrum dieser Therapieform stehen die Diagnose und Behandlung des Bewegungsapparates.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Knochen, die Gelenke und die Muskeln, aber auch die Bänder.
Der Osteopath prüft, ob Teile des Bewegungsapparates direkt oder indirekt geschädigt sind, ob sie zum Beispiel durch einen Unfall blockiert sind oder ob es zu Verspannungen kommt.
Ziel der Behandlung ist es, Spannungen innerhalb des Bewegungsapparates zu beseitigen und ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die parietale Osteopathie kommt zum Beispiel bei schmerzenden Gelenken, Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule oder Nackenverspannungen zum Einsatz.

Cranio-sacrale Osteopathie

Durch die Behandlung des cranio-sacralen Systems hat der Osteopath die Möglichkeit, Einfluss auf alle Bereiche des Körpers zu nehmen und die Selbstheilungskräfte zu stärken.

Ausgangspunkt ist der Schädel (cranium). Der Osteopath erspürt durch Tasten den Rhythmus der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und die Beweglichkeit der Schädelknochen sowie der Schädelmembran, und er stellt dadurch eine Verbindung zu anderen Bereichen des Körpers her, zum zentralem Nervensystem, zum Becken (sacrum = Kreuzbein) und zur Wirbelsäule. Viele Bereich des Körpers stehen mit dem cranio-sacralen System in Verbindung und können über dieses System beeinflusst werden. Anwendungsbereiche der cranio-sacralen Osteopathie sind zum Beispiel Migräne, Schwindel, Bluthochdruck oder die Nachbehandlung eines Schlaganfalls.


Viszerale Osteopathie

"Der Inhalt dirigiert die Hülle"
(A.T. Still)

Während in der parietalen Therapie der Bewegungsapparat im Mittelpunkt steht, dreht sich in der viszeralen Osteopathie alles um die inneren Organe. Auch Blutgefäße und Lymphbahnen zählen dazu. Viscera kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Eingeweide. Es gibt eine Vielzahl möglicher Funktionsstörungen, die der Osteopath aufspüren und behandeln kann. Dabei ertastet er die Beweglichkeit der Organe in dem Gewebe, das sie umgibt. Wichtig ist es dabei, auch das Wechselspiel und Wechselwirkungen von Organen, Gewebe und Skelett im Blick zu haben. Die viszerale Osteopathie wird beispielsweise bei Problemen mit dem Magen, bei Nierenerkrankungen, Verdauungsbeschwerden oder in der Nachbehandlung von Operationen angewendet.